Revue Le Guillon Nr. 57 – Oktober 2020

Le Guillon

Titelbild: Das winterliche Féchy, von Régis Colombo

Vor dem Hintergrund der Pandemie…

Niemand blieb vom Coronavirus verschont. Auch die Weinprofis haben die Seuche mit voller Wucht zu spüren bekommen. Manche sogar buchstäblich und tragisch am eigenen Leib. Alle ökonomisch. Viele haben ihre ganze Phantasie und ihren Einfallsreichtum eingesetzt, um ihren Kunden trotz allem ihre Weine anbieten zu können, inmitten dieser unglaublich schweren Krise. Die Erfahrungsberichte des einen oder anderen lohnen es, diese Revue aufmerksam zu lesen.

Die Ungewissheit bleibt. Doch die Weinwelt hat nicht aufgehört, sich zu drehen. Gewiss: Zahlreiche Weinsalons und -messen wurden abgesagt und sind von der Agenda der Weinbranche verschwunden. Hotels, Restaurants und Bars müssen den Zutritt begrenzen. Oder haben sogar schlicht und einfach ihre Tore geschlossen. Winzer, Kooperativen und Weinhändler mussten hilflos mit ansehen, wie ihre Absatzkanäle gefährlich schrumpften.

Indem sie ihre Dimensionen reduzierten und auf das Publikum verzichteten, konnten trotzdem mehrere Concours ausgetragen werden. Und sie haben bemerkenswerte Champions hervorgebracht. Umso besser. Doch die Liebhaber von Waadtländer Weinen müssen den während des Lockdowns beobachteten «patriotischen» Elan aufrechterhalten. Denn ein Wein muss konsumiert werden, damit Lorbeeren und Medaillen ihren Sinn bewahren.

Die Confrérie du Guillon ihrerseits hat ein «année blanche» erlebt, gewissermassen ein «Leerjahr», eine Folge der strengen Hygienevorschriften. Doch sämtliche Akteure – Gouverneur, Conseillers, Gais Compa­gnons, Fanchettes, Trompettes, Cavistes – stehen bereits «in den Startlöchern», um ihre Talente 2021 ausleben zu können…   

Pascal Besnard, Verantwortlicher Redakteur

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